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dieApotheke -Magazin

Kopfschmerz-Gewitter im Kopf

Stechend, pochend, ziehend – Kopfschmerz hat viele verschiedene Gesichter. Seltene, leichte Kopfschmerzen stellen kein großes Problem dar, häufige, starke Kopfschmerzen können jedoch die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken.


In den meisten Fällen kann den Kopfschmerzen kein konkreter Auslöser zugeordnet werden. Oft treten sie als Symptom anderer Krankheiten auf, zum Beispiel bei Bluthochdruck, Ohren- und Nebenhöhlenentzündungen oder auch bei Kurz- oder Weitsichtigkeit.

Die häufigsten Kopfschmerzarten sind Spannungskopfschmerz, Migräne und Clusterkopfschmerz.Sie werden als primärer Kopfschmerz bezeichnet, da die Schmerzen nicht Folge anderer Erkrankungen sind.

Spannungskopfschmerz

Beim Spannungskopfschmerz handelt es sich um einen episodischen oder chronischen Kopfschmerz von dumpf-drückendem Charakter, meist beidseitig. Kopfschmerzen vom Spannungstyp fühlen sich meist an, als würde ein Stirnband zu fest auf dem Kopf sitzen. Manchmal treten dazu auch Licht- und Lärmempfindlichkeit auf. Auslöser können unter anderem Stress, Fehlhaltungen und muskuläre Verspannungen im Nackenbereich sein.

Behandlung

Spannungskopfschmerzen werden mit Schmerzmitteln (Analgetika) behandelt. Mittel der Wahl sind die Wirkstoffe ASS, Paracetamol, Ibuprofen sowie das rezeptpflichtige Diclofenac. Ebenfalls wohltuend kann die örtliche Anwendung von Pfefferminzöl auf Schläfen und Nacken sein.

Schüßler Salze

Zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen eignen sich folgende Mineralstoffe nach Dr. Schüßler: Calcium phosphoricum Nr. 2, Kalium phosphoricum Nr. 5 und Magnesium phosphoricum Nr. 7.

Bachblütenmischungen

Rührt der Spannungskopfschmerz vom Stress her, könnten sich Blütenessenzen nach Dr. Bach als hilfreich erweisen, zum Beispiel eine Mischung mit Elm (Englische Ulme) und Hornbeam (Hainbuche).

Unterstützende Maßnahmen

• Entspannungstechniken wie Autogenes Training und Yoga, um Stress abzubauen

• Auslöser, wie zum Beispiel Nikotin, Koffein und Alkohol, meiden

• Sport

• Rücken und Bauchmuskeltraining

• Kopfschmerztagebuch führen

• Minzöl auftragen

Migräne

In Österreich leiden rund 11,3 Prozent der Bevölkerung an episodischer Migräne, wobei die größte Häufigkeit zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr besteht. In dieser Lebensphase sind Frauen bis zu dreimal häufiger betroffen als Männer. Migräne ist eine besondere Form starker Kopfschmerzen. Es handelt sich hierbei um eine neurologische Erkrankung, deren Ursachen nicht gänzlich geklärt sind. Die moderne Wissenschaft geht von einer Überaktivität von Nervenzellverbänden des Hirnstammes aus. Erbfaktoren spielen bei der Entstehung der Migräne eine wichtige Rolle. Die so genannten Triggerfaktoren hingegen, die eine Migräne letztlich auslösen können, sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. So können zum Beispiel Stress, bestimmte Wettersituationen (Föhn), Unterzuckerung durch unregelmäßiges Essen, Schlafmangel sowie Hormone eine Migräneattacke auslösen. Versuchen Sie ein Kopfschmerztagebuch zu führen. So ist es leichter, seine persönlichen Triggerfaktoren herauszufinden. Die Symptome einer Migräne sind anfallsartig auftretende, heftige, pulsierende, meist einseitige Kopfschmerzen, deren Intensität bei körperlicher Aktivität zunehmen. Die einzelnen Attacken sind begleitet von Appetitlosigkeit (fast immer), Übelkeit (80 Prozent), Erbrechen (40–50 Prozent), Lichtscheu (60 Prozent), Lärmempfindlichkeit (50 Prozent) und Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Gerüchen (10 Prozent). Häufig treten Migräneanfälle mit Aura auf. Damit sind dynamische, meist visuelle oder sensorische Wahrnehmungsstörungen gemeint. Sie tritt in etwa 15 bis 20 Prozent der Migräneanfälle auf und ist das entscheidende diagnostische Kriterium zur Unterscheidung zwischen einer klassischen Migräne (Migräne mit Aura) und einer gewöhnlichen Migräne (Migräne ohne Aura). Behandlung Bei den Mitteln zur Akuttherapie eignen sich nur einige Analgetika zur Selbstmedikation. Alle übrigen Wirkstoffe unterliegen der ärztlichen Verschreibung. Mittel der Wahl bei leichter bis mittelgradiger Migräne sind ASS, Ibuprofen und Diclofenac. Zusätzlich können Arzneimittel gegen die Übelkeit eingenommen werden. Außerdem kann Mutterkraut – eine alte Heilpflanze, die zur Vorbeugung von Migräne medizinisch anerkannt ist – eingesetzt werden.

Homöopathie bei Migräne

• Gelsemium D12

• Belladonna D30

• Cimicifuga D6

Homöopathie bei Migräne mit starker Übelkeit

• Iris D6

• Sanguinaria D6

• Cyclamen D6

• Glonoinum D6

Schüßler Salze bei Migräne

Zur Behandlung von Migräne eignen sich folgende Mineralstoffe nach Dr. Schüßler: Calcium fluoratum Nr. 1, Magnesium phosphoricum Nr. 7 und Natrium sulfuricum Nr. 10.

Blütenessenzen nach Dr. Bach

Bei Migräne können Essenzen aus Agrimony (Gemeiner Odermennig), Elm (Englische Ulme), Impatiens (Springkraut) und Oak (Eiche) unterstützen.

Clusterkopfschmerz

Der Clusterkopfschmerz ist komplett einseitig lokalisiert und kann sich von der Stirn bis zum Kiefer hin ausbreiten, wobei besonders stark die Schläfen und der Bereich um die Augen betroffen sind. Es handelt sich um einen sehr intensiven, stetigen, stechenden Schmerz, bei dem die Betroffenen einen großen Bewegungsdrang verspüren. 90 Prozent der Patienten sind während einer Clusterkopfschmerz-Attacke extrem unruhig. Zusätzlich können Begleitsymptome wie ein gerötetes, tränendes Auge, eine laufende Nase und ausgeprägtes Schwitzen im Gesicht auftreten. Von Clusterkopfschmerz sind – im Gegensatz zu Migräne und Spannungskopfschmerz – wesentlich mehr Männer als Frauen betroffen.

Behandlung

Die Behandlung von Clusterkopfschmerz ist häufig schwierig und kein Fall für Selbstmedikation. Betroffene sollten sich an einen spezialisierten Arzt wenden, er kann Arzneimittel sowohl für die akute als auch prophylaktische Anwendung verschreiben. Die üblichen Schmerzmittel zur Behandlung von Kopfschmerzen sind bei einem Clusterkopfschmerz meist wirkungslos.