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dieApotheke -Magazin

Heilpflanzen für Kleinkinder - wenn's drückt, zwickt und zieht

Haben die Kleinen mit Problemen wie dem Zahnen, Durchfall oder Milchschorf zu kämpfen, möchte man auf schnellem und sanftem Weg die Beschwerden lindern. Pflanzliche Zubereitungen aus Ihrer Apotheke machen das möglich.


Gerade bei der Behandlung von Kindern möchten die meisten Eltern sanfte Heilmittel verwenden. Heilpflanzen sind meist sehr gut verträglich, über Jahrhunderte erprobt und unkompliziert in der Anwendung.


Zahnen

Zahnende Babys leiden oft unter geschwollenem Zahnfleisch, die Mundschleimhaut ist gespannt und eventuell entzündet. Um die Beschwerden zu lindern, können pflanzliche Zahnungstropfen oder ­Gele gute Dienste leisten. Sie enthalten Extrakte oder ätherische Öle von Kamille, Nelke, Salbei und Pfefferminze. Diese Bestandteile wirken beruhigend und kühlend auf das Zahnfleisch, sie schützen vor Entzündungen, wirken wundheilend und betäubend. Die Tropfen oder Gele können leicht mit der Fingerkuppe in das Zahnfleisch des Babys einmassiert werden und so das Durchbrechen der Zähne unterstützen und gegen das Jucken des Zahnfleisches wirken. Neben Beißringen eignen sich beispielsweise auch Veilchenwurzeln.


Kopfgneis und Milchschorf

Bei beiden Hauterscheinungen handelt es sich um schuppige Bereiche auf dem Kopf von Babys. Die Ursache des Kopfgneis ist eine erhöhte Talgproduktion, die manchmal durch die noch vorhandenen mütterlichen Hormone bedingt ist. Dabei entstehen gelblich­braune Krusten, die jedoch keine Beschwerden verursachen. Beim Milchschorf kommt es hingegen zu Juckreiz und auch nässende Bläschen können entstehen. Der Milchschorf kann außerdem abgesehen von der Kopfhaut auch im Bereich der Stirn und der Wangen auftreten. Da er eine erste Erscheinungsform von Neurodermitis sein kann, sollte in diesem Fall ein Arzt konsultiert werden. Grundsätzlich muss Kopfgneis, da er keine Beschwerden verursacht, nicht behandelt werden und geht, wenn die Talgproduktion sinkt, von selbst zurück. Die Krusten sollten nicht vom Kopf abgekratzt werden. Möchte man die Schuppen trotzdem entfernen, kommen verschieden Öle wie Oliven­, Soja­, Mandel­ oder Borretschöl jeweils auch in Kombination mit Ringelblumen­ oder Rosmarinextrakt zur Anwendung. Die Öle befeuchtendie trockenen Schuppen, welche dann abgelöst werden können. Die zugefügten Extrakte wirken entzündungshemmend und durchblutungsfördernd. Diese Wirkstoffe sind als Öl oder Gel erhältlich und werden auf den Kopf des Kindes aufgetragen. Je nach Produkt sollten sie 10 bis 30 Minuten einwirken. Anschließend können die Schuppen mit einer weichen Babybürste entfernt werden.


Durchfall

Durchfall ist ein häufig auftretendes Problem, mit dem oft schon die Kleinsten zu kämpfen haben. Dies hängt vor allem mit dem noch nicht vollständig ausgebildeten Immunsystem zusammen, wodurch Kinder anfälliger für verschiedene Bakterien und Viren sind. Aber auch Umstände wie beispielsweise das Zahnen können Durchfall auslösen. Dabei gehen vermehrt Wasser und Mineralstoffe, die so genannten Elektrolyte, verloren. Daher ist ihre Zufuhr bei Durchfall besonders wichtig, um das Austrocknen des Kindes zu verhindern.
Sind Kinder jünger als zwei Jahre oder kommen weitere Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Fieber hinzu, sollte mit dem Kind ein Arzt aufgesucht werden. Ansonsten kann man sich gut pflanzlicher Helfer bedienen. So kommen
Pektine zur Anwendung, welche beispielsweise in Äpfeln, Bananen oder Karotten enthalten sind. Das Pektin bindet Krankheitserreger im Darm und kleidet die gereizte Darmschleimhaut mit einem Schutzfilm aus. Apfelpektin ist als Saft in Kombination mit Kamillenextrakt in der Apotheke erhältlich. Es ist auch möglich, zu Hause einen Apfel mit Schale zu reiben und braun werden zu lassen oder eine reife Banane zu Brei zu zerquetschen und dem Kind zu geben.


Blähungen

Bei Babys kommt es häufig zu Blähungen durch eine vermehrte Gasbildung bei der Verdauung oder weil beim Trinken zu viel Luft verschluckt wird. In der Folge können sich die Gase im Bauch des Babys stauen und zu krampfartigen Schmerzen führen. Anzeichen für Blähungen bei Babys sind unter anderem Schreien und Weinen, ein Blähbauch, Verdauungsprobleme wie Verstopfung oder Durchfall, angezogene Beine, ein gekrümmter Körper oder Appetitlosigkeit. Wenn das Baby nach jeder Mahlzeit lange schreit, länger Durchfall, oft Verstopfungen und harten Stuhl hat oder die Nahrungsaufnahme verweigert und nicht zunimmt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Neben Maßnahmen wie das Baby mit dem Bauch auf den Unterarm zu legen und ihm bequeme Kleidung anzuziehen gibt es einige Pflanzen, die wertvolle Hilfe leisten. Zur Anwendung kommen dabei Fenchel, Anis, Kümmel und Kamille. Sie wirken krampflösend, entblähend und verdauungsfördernd. Sie werden beispielsweise in Babytees in Kombination verwendet und können meist ab der ersten Lebenswoche Anwendung finden. Kümmel und Kamille werden auch in Form von Zäpfchen bei Blähungen und Bauchkrämpfen verwendet. Weiters kommt die sogenannte „Windsalbe“ zur Anwendung, welche Lorbeer­, Lavendel­, Rosmarin­ und Wacholderöl enthält. Sie wird mit kreisförmigen Bewegungen im Uhrzeigersinn in den Babybauch einmassiert.