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dieApotheke -Magazin

Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden

In der Schwangerschaft muss der weibliche Körper Enormes leisten. In diesen besonderen neun Monaten lassen sich viele kleine (meist harmlose) Veränderungen beobachten. Lesen Sie hier, worauf Sie bei Übelkeit, Vergesslichkeit, Blasendruck & Co. achten müssen.


Besonders in den ersten drei Monaten arbeitet der weibliche Körper auf Hochtouren: Die Hormonausschüttung wird enorm gesteigert, die Organe stellen sich auf die Versorgung und das Wachstum des Kindes ein. In den meisten Fällen klingen die Beschwerden von alleine nach der Geburt ab – bei Unsicherheiten sowie wenn es um die Einnahme von Medikamenten geht, sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Apotheker.

 

 

Blasendruck

Ständiger Blasendruck und eventuell mehrere nächtliche Toilettengänge sind eine ganz typische Veränderung. In den ersten Schwangerschaftswochen liegt der häufige Harndrang am Progesteron, einem der Schwangerschaftshormone. Später übt das wachsende Baby Druck auf die Blase aus. Sie fühlt sich voll an, selbst wenn Sie gerade auf der Toilette waren.

Extreme Übelkeit

Hyperemesis gravidarum, übermäßiges Schwangerschaftserbrechen, beginnt in der frühen Schwangerschaft. Es nimmt in seiner Intensität meist vor der 14. Schwangerschaftswoche ab, kann aber auch länger anhalten, selten sogar während der gesamten Schwangerschaft bestehen bleiben. Hyperemesis tritt bei bis zu zwei Prozent der Schwangerschaften auf und ist einer der häufigsten Gründe für einen Krankenhausaufenthalt während der frühen Schwangerschaft. Von Hyperemesis spricht man, wenn das Erbrechen mehrere Male am Tag auftritt und eine Aufnahme von Speisen und Getränken ohne Erbrechen nicht möglich ist. Es ist wichtig, auf ausreichende (schluckweise) Flüssigkeitsversorgung zu achten und – wann immer möglich – in vielen kleinen Portionen zu essen. Neben Präparaten mit Ingwer und Vitamin B6 kommen in der Selbstmedikation Akupressurbänder, die am Handgelenk getragen werden, infrage.

Verstopfung

In der Schwangerschaft entspannt sich die Darmmuskulatur, der Darm arbeitet langsamer. In der Folge treten häufig Verstopfung und/oder Blähungen auf. Die meisten Abführmittel sowie Einläufe dürfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Fragen Sie Ihren Apotheker. Eine ballaststoffreiche Ernährung kann Abhilfe schaffen.

Hämorrhoiden

Ein Hämorrhoidalleiden kann – genau wie Krampfadern – entstehen, wenn der Druck im Venensystem ansteigt. In der Schwangerschaft werden vergrößerte Hämorrhoiden durch den Druck, den die wachsende Gebärmutter ausübt, begünstigt. Wie bereits erwähnt, leiden Schwangere zusätzlich oft unter Verstopfung und müssen daher beim Stuhlgang stärker pressen – auch dies erhöht den Druck auf die Gefäße. Nach der Geburt bilden sich vergrößerte Hämorrhoiden oft von alleine zurück.

Bluthochdruck & Präeklampsie

Schwangerschaftshypertonie tritt erstmals in der Schwangerschaft ab der 20. Schwangerschaftswoche mit Blutdruckwerten ab 140/90 mm Hg auf. Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) ist eine nur in der Schwangerschaft auftretende Erkrankung, die durch erhöhten Blutdruck, vermehrte Eiweißausscheidung im Urin und Wassereinlagerungen gekennzeichnet ist. Bei einer Präeklampsie kann die Plazenta nicht mehr richtig durchblutet werden. Das Kind bekommt dadurch nicht genug Sauerstoff und Nährstoffe. Eine leichte Präeklampsie kommt häufig vor, etwa eine von zehn Erstgebärenden ist davon betroffen.Vorsorge ist eine regelmäßige Überwachung des Blutdrucks und Kontrolle des Urins.

Reflux

Sodbrennen ist eine unangenehme Erscheinung, die unter anderem hormonell durch die „auflockernde“ Wirkung des Progesterons auf den Magenschließmuskel bedingt sein kann. Oft hilft es schon, öfter kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen, nach dem Essen aufrecht zu bleiben, nachts mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen sowie die Vermeidung von frittierten, scharfen, sauren Speisen, Süßigkeiten, Kaffee und Alkohol (letzterer ist in der Schwangerschaft ohnehin Tabu). Kalmuswurzelstock, Kamillenblüten, Leinsamen (besitzt Puffereigenschaft) & Co. sind natürliche Helfer bei Reflux-Beschwerden. Wenn die genannten Maßnahmen nicht ausreichen, sind Antacida Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von schwangerschaftsinduziertem Sodbrennen. Sie können in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Fragen Sie Ihren Apotheker.

Schwangerschafts„demenz“

Die Vergesslichkeit kann z. B. durch die überwältigenden Gefühle sowie die Geburtsvorbereitung ausgelöst werden. Außerdem schlafenviele Schwangere gegen Ende der Schwangerschaftschlecht – dies treibt das Stresshormon Kortisol in die Höhe. Steigt der Kortisolspiegel, nimmt die Vergesslichkeit zu. Aber auch rund um die Geburt und die Stillzeit kann sich eine „Demenz“ einstellen. Die Spiegel von Progesteron und Östrogen fallen mit der Geburt ab während jene von Oxytocin und Prolaktin ansteigen. Diese fördern die Bindung zwischen Mutter und Kind. Wissenschafter gehen davon aus, dass die Aufmerksamkeit der Mutter vor allem anfangs so sehr auf das Baby gerichtet ist, dass andere Dinge leichter vergessen werden.