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dieApotheke -Magazin

Sonnenvitamin D - Mehr als „nur“ Knochenfutter

Die wichtige Rolle von Vitamin D für den Aufbau und Erhalt von gesunden Knochen ist hinlänglich bekannt. Das wahre Potenzial ist aber weit höher.


Bereits in den 1920er­Jahren wurde Vitamin D als 4. Vitamin nach A, B und C entdeckt und zur Prophylaxe gegen Rachitis, die krankhafte Erweichung und Verformung der Knochen, eingesetzt. Verwendete man damals hauptsächlich Lebertran als Vitamin­ D­ Quelle, so stehen mittlerweile zahlreiche Präparate in Form von Tropfen, Tabletten sowie Kautabletten oder Geltabs für eine einfachere Einnahme zur Auswahl. Und noch etwas hat sich geändert: Stand früher
die Funktion von Vitamin D im Knochenstoffwechsel im Mittelpunkt, so weiß man heute, dass es viel mehr kann: Alle Zellen und Organe des menschlichen Körpers sind auf einen genügend hohen Vitamin­ D ­Spiegel angewiesen, um stö­rungsfrei funktionieren zu können.


Jeden Tag Fisch und Lebertran?

Der wichtigste Vertreter aus der Vitamin ­D Familie ist das Cholecalciferol, besser bekannt als Vitamin D3, welches in wenigen tierischen Lebensmitteln in ausreichend hoher Menge vorkommt. Dazu gehören Lebertran, fetter Fisch wie beispielsweise Hering, Milchprodukte, Leber oder angereicherte Margarine und Eigelb. Vitamin D2 hingegen, auch Ergocalciferol genannt, kommt wesentlich seltener und ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Jedoch ist es schwierig, den täglichen Bedarf an Vitamin D allein über die Nahrung zu decken. Mit Hilfe von Sonnenlicht kann Vitamin D auch in unserer Haut gebildet werden, es wird zuerst in der Leber gespeichert und bei Bedarf in der Niere in das aktive Calcitriol umgewandelt und so dem Körper bereitgestellt. Besonders junge Menschen sind so, wenn sie sich ausreichend lange im Freien in der Sonne aufhalten, in der Lage, ihren Vitamin­ D­ Bedarf fast vollständig abzudecken. Und doch führen einige Faktoren dazu, dass Österreich zu den Ländern mit einer ungenügenden Vitamin ­D­ Versorgung zählt. Besonders in den Monaten Oktober bis April enthält das Sonnenlicht in unseren Breiten sehr wenig UV­B ­Strahlung, welche für die Vitamin ­D Produktion in unserer Haut jedoch erforderlich ist. Im Sommer trägt die notwendige und sinnvolle Verwendung von Sonnenschutzcremen mit hohem Lichtschutzfaktor ebenfalls zu einer gedrosselten Vitamin­ D­ Herstellung in unserer Haut bei. Ältere Personen weisen besonders häufig zu niedrige Vitamin ­D Spiegel auf. Zum einen lässt die Haut im Alter in der Produktionsleistung um nahezu 75 Prozent nach, zum anderen halten sich Senioren oftmals mehr in geschlossenen Räumen als im Freien auf beziehungsweise tragen eher hochgeschlossene Kleidung. Bei Frauen ist dabei der Mangel an Vitamin D größer als bei Männern.


Immunsystem stärken

Erkältung und grippale Infekte zählen zu den häufigsten Erkrankungen sowohl im Kindes­ als auch im Erwachsenenalter. Eine gute Versorgung mit Vitamin D unterstützt das Immunsystem, indem es die Produktion körpereigener Abwehrstoffe steigert. Um bei einem Virenangriff unser Immunsystem in Alarmbereitschaft zu versetzen, braucht es ebenfalls Vitamin D, das die zuvor produzierten Abwehrstoffe aktivieren muss. Neben dieser vorbeugenden Wirkung reguliert Vitamin D auch die Schwere von Entzündungsprozessen, welche im Rahmen von Atemwegserkrankungen und grippalen Infekten auftreten. So kann eine begleitende Einnahme von Vitamin D den Heilungsprozess beschleunigen. Zahlreiche chronische Grunderkrankungen
wie Herz­-Kreislauf­ Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck oder starkes Übergewicht, aber auch ein höheres Lebensalter begünstigen einen schweren Verlauf von bakteriellen und viralen Infektionen, die auch Infektionen mit COVID­19 miteinschließen.


Wichtige Partner:
Calcium und Magnesium

Darüber hinaus senkt ausreichend vorhandenes Vitamin D im Zusammenspiel mit Calcium den Blutdruck bei Hypertonikern, wirkt der Arteriosklerose entgegen und reduziert die Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich. Vitamin D ist auch für einen reibungslosen Zucker­ und Fettstoffwechsel verantwortlich, indem es die Bildung und Ausschüttung von Insulin unterstützt. Ebenso scheint das Fortschreiten einer Arthrose mit genügend vorhandenem Vitamin D verlangsamt sowie das Risiko für Erkrankungen des Nervensystems wie Depressionen, Demenz oder Multiple Sklerose verringert werden zu können. Zwischen Vitamin D und Magnesium gibt es ebenfalls Abhängigkeiten. Da Magnesium maßgeblich an der Umwandlung zum aktiven Vitamin D im Körper beteiligt ist, kann Magnesiummangel zu einem Vitamin ­D­ Defizit führen und umgekehrt. Besonders im Bereich der Herz-­Kreislauf ­Gesundheit überzeugen Vitamin D und Magnesium im Zusammenspiel.