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dieApotheke -Magazin

Trockene Augen - Behalten Sie den Durchblick

Gutes Sehen ist kostbar. Ein intakter Tränenfilm trägt dazu bei, indem er unsere Augen permanent feucht hält, das Auge vor Fremdkörpern, Bakterien und Viren schützt, die optische Oberfläche des Auges bildet und so zur Sehschärfe beiträgt. Zu geringes Tränenvolumen und Verlust der Tränen durch zu rasche Verdunstung zerreißen den Tränenfilm und damit auch den Schutz fürs Auge.


Die Hauptaufgabe des Tränenfilms besteht darin, das Auge gesund zu erhalten. Tränen sind die wichtigste Sauerstoffquelle für die Hornhaut und versorgen sie auch mit Feuchtigkeit und Nährstoffen. Der Tränenfilm gleicht kleine Unebenheiten aus, trägt auch zur Regeneration der äußeren Hautschicht des Auges bei und ist damit der wichtigste Partner in der Vermeidung und Therapie des trockenen Auges. Mit jedem Lidschlag wird er neu aufgebaut, gleichmäßig und reibungslos über die Hornhaut verteilt und über die Tränenpünktchen und Tränengänge in die Nasenhöhle abgeleitet. Der Tränenfilm ist etwa 7 bis 10 Mikrometer dick und besteht aus drei Schichten, von denen jede eine wichtige Aufgabe für unser Auge hat: Die dünne Muzinschicht sorgt dafür, dass der Tränenfilm an unserem Auge haften bleibt, während die dickste wässrige Schicht die Hornhaut mit Sauerstoff, Nährstoffen und wichtigen Abwehrstoffen versorgt. Die äußerste und dünnsteSchicht wiederum enthält Lipide (Fette) und verhindert damit die Verdunstung des Tränenfilms.

Sand im Getriebe


Ist der Aufbau des Tränenfilms gestört beziehungsweise fehlt eine dieser Schichten, so wird der gesamte Film instabil und kann nicht mehr auf dem Auge gehalten werden. Der kaputte Tränenfilm kann die Hornhaut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen, daher verstärken die Blutgefäße der Bindehaut die Durchblutung, was zur Folge hat, dass das Auge gerötet erscheint. Die empfindliche Bindehaut wird gereizt, Juckreiz, Brennen, verstärkter Tränenfluss und ein störendes Fremdkörpergefühl wie Sand in den Augen zählen ebenso zu den unangenehmen Begleiterscheinungen wie eine rasche Ermüdung der Augen. All das sind erste Anzeichen eines „trockenen Auges“.

Vielfältige Ursachen


Umwelteinflüsse wie kalte Luft, starker Wind oder erhöhte Ozonwerte im Sommer gelten nach wie vor als die häufigsten auslösenden Faktoren. Verstärkend wirken auch schlechte Raumbedingungen wie eine zu warme und trockene Umgebungsluft aus Klimaanlage, Heizung oder auch in Flugzeugen beispielsweise. Ebenso kommen hormonelle Veränderungen beziehungsweise die regelmäßige Einnahme von bestimmten Arzneimitteln wie zum Beispiel Betablocker, Antihistaminika oder Augentropfen gegen rote Augen als Ursache infrage. Diese so genannten „Weißmacher“ verengen die Gefäße und verschlechtern durch die verminderte Durchblutung das trockene Auge noch zusätzlich. Durch die zunehmende Digitalisierung von Freizeit und Arbeit verbringen wir zunehmend mehr Zeit vor dem Computer und dem Handy. Homeoffice und vermehrte Online-Besprechungen tragen zum so genannten Office-Eye-Syndrom („Büroaugensyndrom“) bei, eine bei uns mittlerweile sehr häufig auftretende Benetzungsstörung. Stundenlanges Starren auf den Bildschirm sorgt für einen verlangsamten Lidschlag, der Tränenfilm wird dadurch dünner und reißt schließlich auf. Ebenso belastend ist das verstärkte Maskentragen: Liegt die Schutzmaske nicht eng genug an, so wird der Atem über die Augenoberfläche geleitet, wodurch die Verdunstung der Tränenflüssigkeit beschleunigt wird; Masken-assoziiertes Trockenes Auge (MATA) lautet der Fachausdruck dafür.

Vermeiden und pflegen


Wer sich viel in geschlossenen Räumen aufhält, sollte für ein angenehmes Raumklima mit ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen, öfters lüften und viel trinken. Bei der Bildschirmarbeit sollte auf einen gut justierten Bildschirm (rechter Winkel zur Lichtquelle) mit hoher Auflösung und guten Kontrasten geachtet werden. Die Oberkante des Bildschirms sollte bei aufrechter Sitzhaltung in Augenhöhe sein, der Abstand zum Bildschirm 60 bis 90 cm betragen. Wer ständig am Bildschirm arbeitet, sollte die Anschaffung einer eigens angepassten Bildschirmbrille überlegen. Diese ist auf die spezielle Distanz zwischen Bildschirm und Auge abgestimmt, entspiegelt und besitzt meistens einen speziellen Blaulichtfilter. Regelmäßiges Eintropfen von Benetzungsmittel und Tränenersatzmittel stabilisiert den Tränenfilm und beugt der Entstehung von chronischen Problemen vor. Sie stärken vor allem die wässrige Schicht des Tränenfilms,
ersetzen eine unzureichende Menge an Tränen beziehungsweise verbessern die Zusammensetzung des Tränenfilms und lindern so auch erste Symptome. Derartige rezeptfreie Augenpräparate wendet man am besten konservierungsmittelfrei an, wobei sich Tropfen für die oftmalige Anwendung untertags und Salben und Gele aufgrund der kurzzeitigen Beeinträchtigung des Sehvermögens eher abends vor dem Schlafengehen bewährt. Wirkstoffe wie Hyaluronsäure oder der Augentrost befeuchten und beruhigen das Auge und lindern Juckreiz und Brennen. Sojalecithin und Rizinusöl stärken die Fettschicht des Tränenfilms, und Zink sowie Dexpanthenol beschleunigen die Heilung verletzter Hornhaut. Die Einnahmeempfehlungen richten sich nach der Schwere der Symptome und reichen von 3- bis 5-mal täglich eintropfen bis hin zur kombinierten Anwendung mit einer Augensalbe für die Nacht zur nachhaltigen Befeuchtung und Regeneration. Gewöhnungseffekte fehlen, daher eignen sich derartige Augenpräparate auch für die Langzeitanwendung.