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dieApotheke -Magazin

Vom richtigen Umgang mit Wunden und Narben

Mit dem scharfen Messer abgerutscht oder mit dem neuen Rad auf der Schotterstraße gestürzt? Für jede optimale Wundversorgung sind zwei wichtige Begleitmaßnahmen Pflicht: zu Beginn die Wundreinigung und im Anschluss die richtige Narbenpflege.


Egal, ob es sich um eine chronische oder akute Wunde handelt – heilen kann sie nur, wenn sie sauber ist. Daher gilt es zuerst, verschmutzte Wunden von Fremdkörpern wie Steinen, Sand oder Staub zu befreien und abzuspülen. Kleinere Wunden konnen als Erste-Hilfe-Maßnahme durchaus mit lauwarmem, klarem Wasser vom Schmutz befreit werden.

Nicht augenscheinlich verunreinigte Wunden, wie zum Beispiel eine nicht zu tiefe Schnittwunde, lässt man am besten ausbluten. Dadurch reinigt sich die Wunde von selbst. Hartnäckige kleine Fremdkörper können zusätzlich mit einer spitzen Pinzette vorsichtig entfernt werden; doch Vorsicht: Große, festsitzende Fremdkörper, bei denen die Gefahr besteht, dass sie ein Blutgefäß getroffen haben, müssen unbedingt in der Wunde verbleiben und dürfen nur vom Arzt oder von geschultem Rettungspersonal im Rahmen einer kontrollierten Wundversorgung entfernt werden, da dabei die Gefahr einer starken Blutung besteht.

Spülen oder desinfizieren?

Wasser ist, gerade wenn man unterwegs ist, nicht immer verfugbar; daher sollten eine geeignete Wundspullosung und ein Desinfektionsmittel in keiner Haus- oder Wanderapotheke fehlen. Fertige Wundspullosungen haben den Vorteil, dass sie steril und physiologisch sind. Das bedeutet, dass sie dem natürlichen Milieu des Blutes entsprechen und so in der Wunde gewebeschonend und reizfrei sind. Derartige Eigenschaften besitzen sowohl 0,9 %ige Kochsalzlosung als auch Ringerlosung – fragen Sie dazu Ihren Apotheker. Für die kurzfristige Verwendung bei einer akuten Wunde greift man am besten zur Kochsalzlosung, diese gibt es auch in kleinen sterilen Behältnissen zum Mitnehmen. Müssen chronische Wunden längerfristig immer wieder von infiziertem oder verschmutztem Gewebe gereinigt werden, so greift man am besten zur Ringerlösung. Diese enthält neben Kochsalz auch Kalium und Calcium, was die Wundheilung unterstutzt. Ihr Apotheker berät Sie dazu gerne. Antiseptika oder Desinfektionsmittel sollten ebenfalls erwärmbar sein und daruber hinaus über ein breites Wirkungsspektrum und eine lange Wirkdauer verfügen. Auch sollten sie keine Allergien auslösen und in ihrer Wirkung nicht durch Anwesenheit von Blut abgeschwächt werden. Farblose Lösungen wie Octenidin und Polihexin hinterlassen keine Flecken auf der Kleidung, PVP-Jodzubereitungen brauchen hingegen etwas Schutz. Praktische Verpackungen wie kleine Sprüh- oder Spritzflaschen erleichtern die Anwendung und passen in jede Handtasche.

Narbenpflege